Brand­simulation

Wie ein Feuer entsteht, wächst und sich ausbreitet, wann ein Raum durchzündet, wie schnell Rauch tödlich wird und was Melder, Sprinkler, Türen und Löscher dagegen ausrichten. Sechs Simulationen mit Rechenweg nach den gängigen Ingenieurmodellen und Normen.

Brandklassen (DIN EN 2)

Welcher Stoff brennt, entscheidet über das Löschmittel.

KlasseWas brenntGeeignet
AFeste, glutbildende StoffeHolz, Papier, Textilien, Kohle, viele KunststoffeWasser, Schaum, ABC-Pulver, Fettbrandlöscher
BFlüssige oder flüssig werdende StoffeBenzin, Öl, Lack, Alkohol, Wachs, TeerSchaum, ABC- und BC-Pulver, CO₂
CGaseErdgas, Propan, Acetylen, WasserstoffABC- und BC-Pulver; vorher Gaszufuhr schließen
DMetalleMagnesium, Aluminiumspäne, Natrium, LithiumMetallbrandpulver, trockener Sand; nie Wasser
FSpeiseöle und -fetteFritteuse, Pfanne, GroßkücheFettbrandlöscher, Deckel; nie Wasser

Die frühere Brandklasse E (elektrische Anlagen) gibt es nicht mehr. Geeignete Löscher tragen den Hinweis, bis zu welcher Spannung und mit welchem Abstand sie eingesetzt werden dürfen (meist bis 1000 V, 1 m).

Feuerwiderstand und Baustoffe

Bauaufsichtliche Benennung und europäische Klassen.

BenennungKlasseBedeutung
feuerhemmendR 30 / EI 3030 min FeuerwiderstandDIN 4102: F 30; Türen T 30
hochfeuerhemmendR 60 / EI 6060 mintragende Teile brennbar möglich, mit Brandschutzbekleidung
feuerbeständigR 90 / EI 9090 minwesentliche Teile nichtbrennbar; Brandwände zusätzlich M (Stoß)
nichtbrennbarA1, A2trägt nicht zum Brand beiBeton, Stein, Mineralwolle, Gipskarton (A2)
schwerentflammbarB, CDIN 4102: B1z. B. bestimmte Holzwerkstoffe mit Schutzmittel
normalentflammbarD, EDIN 4102: B2Holz, die meisten Kunststoffe
leichtentflammbarFDIN 4102: B3im Bau nicht zulässig

R = Tragfähigkeit, E = Raumabschluss, I = Wärmedämmung, M = mechanische Beanspruchung, s1 bis s3 = Rauchentwicklung, d0 bis d2 = brennendes Abtropfen.

Verhalten im Brandfall

Was die Simulationen zeigen, in Regeln übersetzt.

1Ruhe bewahren, Brand meldenNotruf 112: Wo? Was? Wie viele Verletzte? Warten auf Rückfragen.
2Andere warnen, Gefährdete mitnehmenHausalarm auslösen, an Türen klopfen, nicht den Aufzug nehmen
3Türen hinter sich schließenEine geschlossene Tür hält Rauch und Feuer Minuten lang auf (siehe Gebäudebrand)
4Im Rauch tief bleibenUnten ist die Luft kühler, Sicht und Sauerstoff besser (siehe Raumbrand)
5Löschen nur ohne EigengefährdungEntstehungsbrände: Löscher mit passender Brandklasse, mit dem Wind, von vorn nach hinten
6Ist der Fluchtweg verraucht: im Raum bleibenTür schließen, Spalt abdichten, am Fenster bemerkbar machen

Kennwerte für Menschen im Rauch

Übliche Grenzwerte im Brandschutzingenieurwesen.

GrößeGrenzeBedeutung
Rauchschicht≥ 2,5 mraucharme Schicht über dem BodenZiel für Rettungswege (mindestens 2,0 m)
Sichtweite≥ 10 mOrientierung in unbekannten Gebäuden5 m in kleinen, bekannten Räumen
Gastemperatur≤ 60 °CAtemluft in KopfhöheSchmerz und Verbrennung der Atemwege darüber
Wärmestrahlung≤ 2,5 kW/m²etwa 200 °C heiße Rauchschichtdarüber Verbrennungen in Sekunden bis Minuten
KohlenmonoxidFED < 0,3Dosis nach Purser1,0 = Handlungsunfähigkeit bei Durchschnittspersonen
Sauerstoff≥ 15 %darunter Leistungsabfallunter 10 % Bewusstlosigkeit

Alle Simulationen sind Lernmodelle mit vereinfachten, aber gängigen Korrelationen. Sie ersetzen keine Brandschutzplanung, keine Brandsimulation mit zugelassener Software (etwa FDS) und keine Unterweisung durch die Feuerwehr.