Trinkwasserschutz
Wann sich Legionellen vermehren und wann sie absterben, warum Zirkulation, regelmäßiger Wasserwechsel und kaltes Kaltwasser wichtig sind und wie viel Wasser in einer Leitung stehen darf. Werte ändern, zusehen, nachrechnen.
Auf einen Blick
Einstellungen
So wird gerechnet
Die Schritte mit den aktuellen Werten.
Formelsammlung
Regeln auf einen Blick
Die wichtigsten Werte für Trinkwasser-Installationen.
| Was | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Austritt aus dem Trinkwassererwärmer | ≥ 60 °C | DVGW W 551Großanlagen; in Kleinanlagen empfohlen, nie unter 50 °C |
| Zirkulationsrücklauf | ≥ 55 °C | DVGW W 551höchstens 5 K unter der Austrittstemperatur |
| Warmwasser an der Zapfstelle | ≥ 55 °C | DIN 1988-200spätestens 30 s nach voll geöffneter Zapfstelle |
| Kaltwasser an der Zapfstelle | ≤ 25 °C | DIN 1988-200, VDI/DVGW 6023spätestens 30 s nach voll geöffneter Zapfstelle |
| Leitungsinhalt ohne Zirkulation | ≤ 3 l | DVGW W 551je Fließweg vom Erwärmer bis zur Zapfstelle |
| Großanlage | > 400 l oder > 3 l | DVGW W 551Speicherinhalt oder Inhalt einer Leitung; Ein- und Zweifamilienhäuser zählen immer als Kleinanlage |
| Wasserwechsel an jeder Zapfstelle | ≤ 72 h | VDI/DVGW 6023bestimmungsgemäßer Betrieb; sonst spülen |
| Thermische Desinfektion | ≥ 70 °C ≥ 3 min | DVGW W 551an jeder Entnahmestelle, Verbrühungsgefahr beachten |
| Technischer Maßnahmenwert Legionellen | 100 KBE /100 ml | TrinkwVdarüber: Gefährdungsanalyse und Maßnahmen |
Schutz vor Rückfließen
DIN EN 1717 teilt Flüssigkeiten in fünf Kategorien ein. Je gefährlicher die Flüssigkeit, desto stärker muss das Trinkwasser abgesichert sein.
| Kat. | Gefährdung und Beispiele | Typische Sicherung |
|---|---|---|
| 1 | Trinkwasser direkt aus der Installationkeine Gefährdung | keine |
| 2 | Geschmack, Geruch, Farbe oder Temperatur veränderterwärmtes Trinkwasser, Kaffee, Tee | Rückflussverhinderer (EA, EB) |
| 3 | Gesundheitsgefahr durch weniger giftige StoffeHeizungswasser ohne Zusätze, Spülmittel | Systemtrenner CA |
| 4 | Giftige, krebserregende oder radioaktive StoffeHeizungswasser mit Inhibitoren, Pflanzenschutzmittel | Systemtrenner BA |
| 5 | Krankheitserreger (Bakterien, Viren)Abwasser, WC, Regenwasser, Bidet | freier Auslauf (AA, AB) |
Typische Zuordnungen; im Einzelfall entscheiden Norm und Hersteller.
Die Simulation ist ein vereinfachtes Lernmodell mit typischen Laborwerten. Echte Anlagen hängen zusätzlich von Biofilm, Nährstoffen, Werkstoffen und Hydraulik ab und ersetzen keine Probenahme oder Gefährdungsanalyse.